Hier finden Sie regelmäßig interessante Beiträge und Informationen rund um das Versicherungsrecht und im speziellen zur Krankentagegeldversicherung.
Funktionelle Gleichstellung nach Daumenverlust: 20% MdE statt 15%
Ein Kläger forderte eine höhere Rente, weil die Unfallversicherung die funktionelle Gleichstellung nach Daumenverlust ignorierte und nur 15 Prozent MdE anerkannte. Obwohl anatomisch nur ein Teil fehlte, musste das Gericht klären, ob die massive Gebrauchsbeeinträchtigung den Anspruch auf 20 v. H. MdE begründet.
Leistungsvermögen: Sechs Stunden täglich – Erwerbsminderungsrente bei Herzerkrankungen?
Eine ehemalige Hausdame forderte die Rente wegen Erwerbsminderung, da ihre Herzrhythmusstörung das Leistungsvermögen: Sechs Stunden täglich arbeiten unmöglich mache. Ein Gutachten bescheinigte ihr nur drei Stunden Leistungsfähigkeit, doch das Gericht stützte seine Entscheidung auf eine überraschende Messung.
Persönliche Arbeitslosmeldung durch Arbeitslosengeldantrag: Anspruchsbeginn
Weil seine erste Arbeitslosmeldung nach zweifacher Vertragsverlängerung verfiel, drohte ein Matrose seinen Anspruch zu verlieren. Die Richter mussten klären: Zählt die einfache, persönliche Abgabe des Arbeitslosengeldantrags als wirksame konkludente Meldung?
Anerkennung der PTBS als Arbeitsunfall: abgelehnt wegen psychischer Vorbelastung
Eine Heilpädagogin forderte die Anerkennung der PTBS als Arbeitsunfall, nachdem sie in einer Wohngruppe einen gewalttätigen Angriff abwenden musste. Ihr Versuch, die Situation professionell zu deeskalieren, wurde jedoch überraschend als Argument gegen die notwendige Trauma-Anerkennung gewertet.
Merkzeichen B H RF Voraussetzungen: GdB wird nicht addiert
Ein Mann mit Analphabetismus und einer Somatisierungsstörung kämpfte vor Gericht um die Erhöhung seines GdB 70 und die wichtigen Merkzeichen B H RF Voraussetzungen. Obwohl seine Behinderungen ständige Begleitung erforderten, scheiterte er an der juristischen Definition der Hilflosigkeit und der strengen Prüflogik der GdB-Bildung.
Anerkennung der Kniearthrose als Berufskrankheit 2112: Kniebelastung entscheidend
Ein Schweißer kämpfte um die Anerkennung der Kniearthrose als Berufskrankheit 2112, nachdem er über 37.100 Stunden kniend gearbeitet hatte. Die Unfallversicherung verwies auf Übergewicht als Hauptursache, doch das Landessozialgericht bewertete die Kausalität neu.
Schulunfall bei privatem Instrumentalunterricht: Kein Unfallschutz in der Wartezeit
Ein Siebtklässler wurde im Schulgebäude bei einer Rauferei verletzt, während er auf seinen privaten Instrumentalunterricht wartete, der Voraussetzung für einen schulischen Wahlpflichtkurs war. Trotz dieser engen Verknüpfung drehte sich der juristische Streit nun darum, ob der Versicherungsschutz für Schüler in der Wartezeit noch galt.
Vermutung der Versorgungsehe widerlegen: Witwenrente bei kurzer Ehedauer
Ein Paar heiratete, nachdem der Mann eine schwere Krankheit vermeintlich besiegt hatte, starb aber nur fünf Monate später, wodurch die Vermutung der Versorgungsehe widerlegt werden musste. Trotz einer jahrzehntelangen Beziehung und dem Zeitpunkt der Heirat nach Genesungshoffnung zweifelte das Sozialgericht an den ehrlichen Motiven der Eheschließung.
Grad der Behinderung berechnen bei mehreren Krankheiten: nicht addiert, GdB 20
Eine Klägerin litt unter Wirbelsäulenschäden, Gelenkverschleiß und Eierstockverlust und wollte ihren Grad der Behinderung berechnen bei mehreren Krankheiten. Sie forderte einen Gesamt-GdB 50, doch die versorgungsmedizinischen Grundsätze folgen keiner einfachen Addition der Einzelwerte.
Rente wegen Erwerbsminderung abgelehnt: Nachweis zu spät
Ein Produktdesigner erfüllte die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente und zahlte seine Pflichtbeiträge fristgerecht bis Mitte 2019. Trotz später nachgewiesener voller Erwerbsminderung wegen schwerer Depression reichte dieser zeitliche Abstand für einen Anspruch auf Rentenzahlung nicht aus.
